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Westerwelle im Land der Gotteskrieger

Auf Wunsch der Nachbarstaaten setzt sich Außenminister Westerwelle im Jemen dafür ein, al-Qaida nicht nur militärisch zu bekämpfen. Kenner des Landes geben ihm recht. Denn die Islamisten haben dort eine breite Basis, genießen den Schutz von Stammesfürsten und sind in das politische System eingebettet. Der Jemen solle „kein Rückzugsgebiet für Terroristen“ werden, sagte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) nach seinem Treffen mit dem jemenistischen Präsidenten Ali Abdallah Saleh. Dabei setze man auf eine „politische Lösung“, nicht auf eine militärische. Mit seinem Plädoyer für eine politische Lösung unterstützt Westerwelle die Nachbarländer des Jemen. Saudi-Arabiens König Abdullah und Katars Emir Hamad hatten ihn gebeten, in diese Richtung auf den Präsidenten des Jemen einzuwirken. Sie und andere Gesprächspartner des deutschen Außenministers fürchten eine Destabilisierung der gesamten Region und sehen die Gefahr eines Abdriftens des Bruderstaates in Richtung Terrorismus. Westerwelle ste...

Interview with Asra Nomani

'Gender Jihad' in the Service of Women's Rights The 44-year-old US writer Asra Nomani is viewed as a prominent representative of "Gender Jihad". For the former Wall Street Journal reporter, there is no contradiction between Islam and feminism. In both western countries and Muslim societies feminism and Islam are mostly regarded as irreconcilable opposites. Why are they not compatible? Asra Nomani: Yes, I'm always hearing that view at my lectures. But as far as I'm concerned, the two go hand in hand. I think Islam was originally a feminist religion. The Prophet Mohammed was a feminist, like his first wife Khadija, his daughter Fatima and his wife Aisha. None of them allowed themselves to be pushed aside, and they all spoke their minds. I don't think Islamic feminism is an apparent contradiction. Actually, I meet religious feminists all over the world – Mormon, Catholic, Maronite, Jewish-orthodox, Protestant. My experience is that women have to fight mal...

Marrakesch, die neue Metropole für billigen Sex

Marrakesch ist zu einem Zentrum des internationalen Sextourismus geworden. Gerade aus den arabischen Ländern am Golf kommen immer mehr Besucher auf der Suche nach schnellem Sex. Im Visier sind dabei nicht nur Frauen, sondern auch junge Männer – und das, obwohl Homosexualität in Marokko gesetzlich verboten ist. Nach Marrakesch kommen immer mehr Touristen auf der Suche nach billigem Sex. Begehrt sind dabei nicht nur junge Frauen In einem luxuriösen Appartement in Marrakesch tanzen nackte Mädchen bis in den frühen Morgen. Danach wälzen sie sich zum Amüsement ihrer Kunden über den Fußboden, auf dem Geldscheine ausgestreut sind. Was an den verschwitzten Körpern der Frauen hängen bleibt, ist ihre Entlohnung für die Nacht, die nun erst richtig beginnt. „Dann kommt der Sex“, erklärt Fatima, eine 21-jährige Prostituierte, die sich mit ihrer Freundin Naima auf Kunden aus den arabischen Ländern am Golf spezialisiert hat. „Das ist zwar manchmal wie Sklaverei, dafür zahlen sie aber besser als a...

Saudis gehen militärisch gegen jemenitische Rebellen vor

Angriffe im Grenzgebiet gegen Schiitenmiliz Tanger/Sanaa - Immer wieder stiegen dicke Rauchwolken rund um den Gipfel des Jebel al-Dukhan auf. Der 2000 Meter hohe Berg in der Nähe der Stadt Khubah markiert die Grenze zwischen dem Königreich Saudi-Arabien und der Republik Jemen. Saudische Luftwaffe und Artillerie beschossen Stellungen der Huthi-Rebellen, die angeblich vom Norden des Jemen in saudisches Territorium eingedrungen waren. Nach fünftägigen Kämpfen sei es endlich gelungen, so Prinz Khaled Bin Sultan, der stellvertretende Verteidigungsminister Saudi-Arabiens, das Gebiet von den schiitischen Rebellen wieder zu säubern. Mohammed Abdel-Salam, der Sprecher der Huthis, nannte die saudische Operation "eine ungerechtfertigte Aggression". Gleichzeitig warf man Saudi-Arabien vor, Angriffe auf jemenitischem Staatsgebiet durchgeführt zu haben. "Wir kümmern uns nur um unser Territorium", entgegnete das saudische Verteidigungsministerium, "und greifen nicht innerhalb...

Niqab Debate in Egypt: Divided Scholars

Hijab, chador, burqa or niqab? – The veiling of Muslim women continues to provoke controversy. This time it is the niqab, or face veil, at the center of the conflict-charged fundamental debate within the Islamic world. By Alfred Hackensberger Grand Sheikh Tantawi had banned women from wearing the niqab in parts of the Al-Azhar mosque, saying it had nothing to do with Islam | The bone of contention is none less than the Grand Imam of Cairo University and the Al-Azhar Mosque. Mohammed Sayed al-Tantawi, one of the most senior legal scholars in Sunni Islam, declared that a veil that covers a woman's face leaving only a slit for the eyes is not religiously permissible. During a visit to one of the schools affiliated to Al-Azhar University early in October, the theologian was irritated by a girl's niqab. He then ordered the baffled girl, who had ironically only worn the veil in honor of the high-ranking visitor, to take it off and never put it on again. "These are traditions tha...

"Arabia Felix" steht am Abgrund

Regierung gegen Separatisten: Im Jemen entscheidet sich, ob das islamistische Terrornetzwerk al-Qaida eine neue Basis aufbauen kann Sanaa - "Jemen ist Arabiens unbekannter Edelstein, den es noch zu entdecken gilt", heißt es im Bordmagazin "Yemenia". Das Hochglanzblättchen empfiehlt Bergwanderungen und Trekkingtouren durch die atemberaubende Heimat der legendären Königin von Saba. Aber damit lassen sich keine Abenteuertouristen mehr in den Jemen locken. "Arabia Felix", das altrömische glückliche Arabien, ist selbst für hartgesottene Reisende nach diversen Entführungen ein bisschen Abenteuer zu viel. Im Juni waren zwei deutsche Frauen und eine Koreanerin getötet worden. Der Rest der gekidnappten Touristengruppe, eine fünfköpfige Familie aus Sachsen und ein Brite, werden noch immer vermisst. Zwei Drittel des Jemen stehen nicht unter Regierungskontrolle. Separatisten herrschen dort, lokale Stämme, die al-Qaida nahestehen oder auf eigene Rechnung arbeiten. In d...

King Cool

Vor zehn Jahren wurde Mohammed VI. König von Marokko. Er gilt als reformfreudiger Bürgerkönig. Doch der Weg zu einer liberalen Gesellschaft ist noch weit Zuletzt noch den Marmorboden shampooniert, den schmiedeeisernen Zaun in den Nationalfarben Grün-Rot verkleidet und draußen auf der Straße die Bordsteine neu gestrichen. Die pompösen Festzelte hatte man bereits vor über einer Woche aufgestellt. Wie immer muss zum "Fête du trone", alles perfekt sein, insbesondere zum 10. Jubiläum, das Mohammed VI. heute nicht in der Hauptstadt Rabat, sondern in seinem geliebten Tanger feiert. In einem relativ kleinen Palast im Stadtteil Marshan, von dem man die Meerenge von Gibraltar überblickt. Ganz in Weiß gekleidet, reitet dann der Herrscher der Alawiten auf einem Pferd - begleitet von einem Diener, der ihm einen Sonnenschirm über den Kopf hält - durch die Elite seiner Untertanen: eine Mischung aus islamischen Theologen, Ministern, Abgeordneten und Behördenbediensteten. Sich verbeugend, sch...