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Die Rebellen beginnen ihren Marsch auf Tripolis

Al-Galaa ist die letzte Bastion der Rebellen: Mit viel Enthusiasmus und schlechter Ausrüstung bereitet die Opposition in den Nafusa-Bergen eine Offensive vor. Da ist er schon wieder: Dieser unverwechselbare Donnerhall vom Abschuss der Grad-Raketen, dem ein bedrohliches Surren folgt, mit dem die aus Leichtmetall gebauten Flugkörper durch die Luft rauschen. Adil, der gerade beim Bäcker nach Brot fragt, hebt nur kurz den Kopf, abwartend, wie nah der Einschlag erfolgt. Es trifft ein kleines Wohnhaus, keine 300 Meter entfernt. Der weiße Rauch der Explosion steigt in den Himmel. Wortlos fährt Adil mit seinem frischen Brot davon, als wäre nichts passiert. Raketen-Einschläge gehören zum Alltag Grad-Einschläge sind für ihn eine Alltäglichkeit. Seit mehr als zwei Monaten steht seine Heimatstadt al-Galaa unter dem Beschuss dieser bis zu drei Meter langen Raketen russischen Fabrikats. Sie können mehrere Häuserwände durchschlagen und hinterlassen riesige Löcher. Selbst die Moschee ist schwer getrof...

Nächster Stopp: Europa

Das tunesische Regime ist gestürzt. Und trotzdem flüchten Tausende von TunesierInnen mit dem Boot Richtung Italien. Weshalb? Auf der Suche nach Antworten in der Küstenstadt Sfax. Von der Hauptstrasse in Habib, einem Vorort von Sfax, führt der Weg irgendwann rechts auf eine holprige Piste, entlang einem Abwasserkanal über Müllreste, Metallteile und Plastik­tüten, die der Wind vor sich hertreibt, bis zum Bahndamm einer stillgelegten Bahnlinie. Vorne am Wasser ragt eine Müllhalde in die Höhe. Nisar bekommt grosse Augen voller Hoffnung, wenn er mit dem Finger dorthin zeigt. Als würde das Glück dort drüben im Sand vergraben liegen. «Hier verstecken sie sich nachts im Schilf, bevor sie an Bord gehen», sagt der 23-Jährige. Er trägt einen Trainingsanzug des englischen Fussballklubs Chelsea. «Manchmal müssen sie zum Boot schwimmen. Dann wird vorher kräftig Alkohol getrunken, um das eiskalte Wasser nicht zu spüren», sagt er lachend. Wenig später startet das Motorboot dann jeweils Richtung Italie...

Vom Protest zum Umsturz ists weit

Nach den Protesten in Bahrain, Libyen, im Jemen und Iran sind fürs Wochenende auch in Marokko und Algerien Demonstrationen geplant. Steht im Maghreb eine neue Revolution bevor? Auf Spurensuche in Rabat. Rund tausend Demonstrierende zogen vergangenen Sonntag mit lauten Rufen die Avenue Mohammed V. im Zentrum der marokkanischen Hauptstadt Rabat rauf und runter. Doch die BesucherInnen in den Terrassencafés am Strassenrand zeigten sich davon wenig beeindruckt. «Arbeitslose», kommentierte ein Kellner lapidar und zuckte mit den Schultern. «Solche Proteste gibt es in den letzten Wochen fast jeden Tag», fügte ein Mitarbeiter des Goethe-Instituts hinzu. Uniformierte Polizisten standen in den Nebenstrassen, und weit abseits der Demonstration, mit ihren Funkgeräten beschäftigt, Beamte in Zivil. «Derzeit finden in Marokko täglich zwanzig Protestveranstaltungen statt», meldete sich Kommunikationsminister Chalid Naciri kürzlich zu Wort, «nicht mehr oder weniger als im Vorjahr.» Man habe nicht den Ei...

'El yihad de género'

al servicio de los derechos de las mujeres La escritora norteamericana de 44 años Asra Nomani está considerada como una destacada representante del “Yihad de género”. Para la antigua periodista del Wall Street Journal, no hay contradicción entre Islam y feminismo, tal y como afirma en la entrevista con Alfred Hackensberger. Asra Nomani, periodista musulmana indio-americana, escritora y activista: "El Profeta Mohammad fue un feminista” Tanto en los países occidentales como en las sociedades musulmanas Islam y feminismo se ven mayoritariamente como opuestos irreconciliables. ¿Por qué no son compatibles? Asra Nomani: Sí, escucho siempre esta opinión en mis conferencias, pero yo creo que están estrechamente unidos y que el Islam fue en su origen una religión feminista. El Profeta Muhammad fue un feminista, como su primera mujer Jadiya, su hija Fátima y su mujer Aisha. Ninguna de ellas permitió ser excluida, y todas ellas expresaban abiertamente sus opiniones. Por ello, no creo que fem...

Katzenjammer auf den Kanaren

Dramatische Tourismuseinbrüche auf der beliebten Inselgruppe im Atlantik Arrecife - Von Arrecife in die Weinregion von La Geria, im Landesinnern von Lanzarote, sind es etwa 20 Minuten. Eine Fahrt durch karge Vulkanlandschaften, die von kleinen Trichtern übersät sind, in denen, windgeschützt von halbkreisförmigen Mauern, der Wein wächst. "Eine magische Gegend", sagt Peter Helms fasziniert, obwohl er schon 20 Jahre auf Lanzarote lebt. Mit "magisch" meint der 45-Jährige auch das Klima, das Ende Januar sommerliche 25 Grad beschert. An unserem Ziel, dem Chupadero, sitzen die Gäste draußen vor dem Haus. Bei einem Glas Wein mit Tapas genießen sie die letzte Abendsonne, bevor sie zwischen Vulkanen im Meer versinkt. Google Anzeige "Ein kleines Paradies", meint Barbara Hendriks, die Besitzerin der Bodega, in der schon der SPD-Politiker Björn Engholm oder die verstorbene Schauspielerin Barbara Rudnik bewirtet wurden. "Aber man vergisst dabei, dass alles nicht so...

Der alte Glanz kehrt zurück

Tanger ist bei Künstlern und Jetset wieder en vogue. Und Marokkos König investiert in die Hafenstadt - als Brücke nach Europa Alfred Hackensberger TANGER. Gehobene Ansprüche waren schon immer etwas teuerer. Für 12,5 Millionen Euro steht die "Villa Mabrouka", das "Haus des Glücks", in der Altstadt von Tanger zum Verkauf. 8 500 Quadratmeter Luxus, ganz in der Nähe der Kasbah, der mittelalterlichen Burg, mit Terrassengärten, Swimmingpool, Badehaus und Wasserfall sowie einem atemberaubenden 180-Grad-Panoramablick über die Meerenge von Gibraltar. Es ist das ehemalige Anwesen von Yves Saint Laurent, dem 2008 verstorbenen französischen Modedesigner. Spontan hatte er es vor zwölf Jahren bei einem Kurzbesuch in der marokkanischen Hafenstadt an einem verregneten Winternachmittag für 1,4 Millionen Euro gekauft. Eine Villa, die sich nur die wenigsten leisten können, aber eines der letzten der ohnehin wenigen Immobilienobjekte, die in dieser Wohngegend von Tanger noch zu haben i...

Westerwelle im Land der Gotteskrieger

Auf Wunsch der Nachbarstaaten setzt sich Außenminister Westerwelle im Jemen dafür ein, al-Qaida nicht nur militärisch zu bekämpfen. Kenner des Landes geben ihm recht. Denn die Islamisten haben dort eine breite Basis, genießen den Schutz von Stammesfürsten und sind in das politische System eingebettet. Der Jemen solle „kein Rückzugsgebiet für Terroristen“ werden, sagte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) nach seinem Treffen mit dem jemenistischen Präsidenten Ali Abdallah Saleh. Dabei setze man auf eine „politische Lösung“, nicht auf eine militärische. Mit seinem Plädoyer für eine politische Lösung unterstützt Westerwelle die Nachbarländer des Jemen. Saudi-Arabiens König Abdullah und Katars Emir Hamad hatten ihn gebeten, in diese Richtung auf den Präsidenten des Jemen einzuwirken. Sie und andere Gesprächspartner des deutschen Außenministers fürchten eine Destabilisierung der gesamten Region und sehen die Gefahr eines Abdriftens des Bruderstaates in Richtung Terrorismus. Westerwelle ste...