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Christen als Opfer der syrischen Rebellen

Die andere Seite der Gewalt: In der Protest-Hochburg Homs starben viele Christen. Sie waren Ziel der Aufständischen. Mehr als zwei Dutzend Menschen sind am Samstag gestorben, als zwei Autobomben eine Polizeistation und ein Gebäude des syrischen Geheimdienstes zerstörten. Es ist der dritte solche Anschlag binnen drei Monaten. „Sie tragen alle Erkennungszeichen von al-Qaida", bestätigte James Clapper, Direktor des nationalen US-Geheimdienstes. Das hört die syrische Opposition gar nicht gern. Sie beschuldigt nämlich das Regime, die Autobombenanschläge inszeniert zu haben, um Regierungsgegner zu diskreditieren. Dabei nimmt es die Opposition selbst nicht so genau mit der Wahrheit. „Der Großteil der Medien nimmt Partei für die Rebellen", sagt Patrick Sookhdeo. „Sie klagen ausnahmslos die syrische Regierung an und vergessen, kritische Fragen zu stellen." Sookhdeo arbeitet als Internationaler Direktor des Barnabas Funds, einer christlichen Hilfsorganisation, die sich weltweit um...

Besuch in der letzten Bastion des Gaddafi-Clans

In den meisten libyschen Städten herrschen Chaos und Anarchie. Ausgerechnet in Bani Walid, dem bis zuletzt hart umkämpften Zufluchtsort von Diktatorensohn Saif Gaddafi, ist Ruhe eingekehrt. Bani walid. Kreuz und quer durcheinander liegt ein Heer von Schuhen vor der Tür. Im Sitzungssaal scheint ein nicht minder großes Chaos zu herrschen. Schon von Weitem kann man auf dem Gang lautstarke Diskussionen hören, mit vielen aufgebrachten Stimmen, die einander ins Wort fallen. Hier im Tahar-Club von Bani Walid tagt der Rat der Ältesten, der die Interessen der rund 100.000 Einwohner der Stadt vertritt. 32 Vertreter von Familien und Clans der Warhalla, der mit knapp einer Million Mitgliedern der größte Stamm Libyens ist und sich normalerweise wie ein Flickenteppich zwischen den anderen 140 Stämmen über das ganze Land verstreut. In Bani Walid ist er der einzig dominierende Stamm. „Unsere Stadt ist die Mutter aller Warhalla“, erklärt ein Mann mit einem breiten Lächeln. Einen Moment später verwehrt ...

Die Schattenseiten der libyschen Revolution

Die Menschen wollen ein Jahr nach dem "Tag des Zorns" feiern. In Tawergha fällt das schwer Misrata-Milizionäre haben die kleine Stadt ausgelöscht, weil sie der Armee als Hauptquartier bei der Belagerung ihrer Stadt galt Google Anzeige Die Hafenmetropole führt ein Eigenleben: eigene Gefängnisse, eigene Folterzentren. Hier wird der Hass gepflegt Tripolis/Misrata Zuckerwatte, Popcorn und riesige Luftkissenrutschen für die Kinder. Statt Gewehrschüssen knallen Feuerwerkskörper. Bis spät in die Nacht tanzen und singen die Menschen auf den Plätzen und Straßen Libyens. In friedlicher Eintracht feierten sie am Wochenende den ersten Jahrestag der Revolution: den "Tag des Zorns" vom 17. Februar 2011. Damals hatten landesweit Proteste gegen das Regime Muammar al-Gaddafis begonnen, das erst nach einem acht Monate langen Bürgerkrieg gestürzt werden konnte und mit dem Tod des Diktators endete. Misstöne zum Jubeltag kamen wieder von einem Gaddafi-Sprössling: Saadi Gaddafi hatte aus...

Eine Trophäenschau, wie bei erlegten Tieren

Die Libyer stehen Schlange vor dem Kühlhaus, in dem der entstellte Körper des Ex-Diktators liegt. Im Internet behauptet ein Rebell, die entscheidenden Schüsse abgegeben zu haben. Es ist der allerletzte Schritt der Entmachtung: Der Diktator liegt tot in einer heruntergekommenen Fleischkühlanlage. Seine ehemaligen Untertanen stehen Schlange, um seine Leiche zu sehen und sich zu vergewissern, dass kein Leben mehr in ihm steckt. Noch schnell ein Foto mit der Handykamera vom verblichenen „großen Revolutionsführer“, der entstellt und reglos am Boden liegt. Das gleiche Spektakel bei Mutassim, einem seiner acht Söhne, der ihm als Sicherheitschef diente und dessen Leichnam neben dem seines Vaters liegt. Eine Trophäenschau, wie bei erlegten Tieren. Rätsel um Umstände von Gaddafis Tod Video abspielen „Gaddafi war schlimmer als Hitler“, behauptet der 23 Jahre alte Mohammed, der in Bab al-Asisa, der ehemaligen Residenz des Diktators, Revolutionsanstecker verkauft. „Er hat Söldner engagiert, um sein...

In Gaddafis Kasernen wartet das Grauen

Die Aufständischen finden in den Gebäuden der legendären Chamis-Brigade viel Prunk – und Anzeichen für ein furchtbares Verbrechen. Ein mehr als 30 Meter langes und 2,50 hohes handgemaltes Gemälde ziert eine Betonwand am Exerzierplatz in Tripolis: Heroisch wehrt die libysche Armee mit Hubschraubern, Panzern, Kampfjets und Kriegsschiffen eine Invasion an der Küste ab. Die Flugzeuge der Aggressoren stürzen ins Meer, die Schiffe versinken brennend. Das ganze Kriegsgeschehen auf dem Wandgemälde ist in einem sehr pathetischen Stil des realen Sozialismus gehalten und wird von einem Porträt Muammar al-Gaddafis überwölbt, der sich noch immer versteckt hält. Mit dem Blick eines unbezwingbaren Herrschers, natürlich in einer seiner Fantasie-Uniformen, mit viel Pomp und Gloria. Als das Gemälde entstand, herrschten noch bessere Zeiten für den Diktator und seine Familie. Jetzt liegen alle Gebäude rund um den Exerzierplatz in Schutt und Asche. Die Nato hatte die Kaserne der Brigade von Chamis, dem si...

"Die Kämpfer sind jung, sie nehmen Drogen"

n Tripolis ist der Krieg vorbei, doch die Gewalt geht weiter. Es häufen sich Berichte über Massenexekutionen und Folterungen mit Hunderten von Opfern. Seit drei Tagen liegt die Leiche im Wasser, die Wellen an der Corniche von Tripolis bewegen den Körper leicht hin und her. Es ist ein Mann mit Militärstiefeln und Uniform, ein Gaddafi-Soldat könnte er gewesen sein oder ein Rebell. Irgendjemand hat ein weißes Tuch über ihn geworfen. Doch an anderen Orten in der libyschen Hauptstadt wütet die Gewalt weiter, finden Massenexekutionen statt und Folterungen Hunderter Menschen, wie allmählich bekannt wird. Rebellen und Gaddafi-Loyalisten bezichtigen sich gegenseitig dieser Gräueltaten. Wer in den Tagen nach dem Einmarsch der Rebellen durch Tripolis fährt, findet nicht die Schuldigen. Er sieht nur, dass die Gewalt noch lange nicht zu Ende ist. Der letzte verzweifelte Kampf Nach Abu Salim sind es keine zehn Fahrminuten von der Strandpromenade. In dem südlichen Stadtteil haben sich Gaddafi-Anhänge...

Die Rebellen beginnen ihren Marsch auf Tripolis

Al-Galaa ist die letzte Bastion der Rebellen: Mit viel Enthusiasmus und schlechter Ausrüstung bereitet die Opposition in den Nafusa-Bergen eine Offensive vor. Da ist er schon wieder: Dieser unverwechselbare Donnerhall vom Abschuss der Grad-Raketen, dem ein bedrohliches Surren folgt, mit dem die aus Leichtmetall gebauten Flugkörper durch die Luft rauschen. Adil, der gerade beim Bäcker nach Brot fragt, hebt nur kurz den Kopf, abwartend, wie nah der Einschlag erfolgt. Es trifft ein kleines Wohnhaus, keine 300 Meter entfernt. Der weiße Rauch der Explosion steigt in den Himmel. Wortlos fährt Adil mit seinem frischen Brot davon, als wäre nichts passiert. Raketen-Einschläge gehören zum Alltag Grad-Einschläge sind für ihn eine Alltäglichkeit. Seit mehr als zwei Monaten steht seine Heimatstadt al-Galaa unter dem Beschuss dieser bis zu drei Meter langen Raketen russischen Fabrikats. Sie können mehrere Häuserwände durchschlagen und hinterlassen riesige Löcher. Selbst die Moschee ist schwer getrof...