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Too Much Trust in God

For weeks, the rebels and the Syrian army have been fighting for control of Aleppo, the strategically important trade capital in the north of Syria. Suffering most under the violence in the embattled city is the civilian population. Peter Steinbach reports from Aleppo.     Quiet reigns in the Salaheddine quarter, if only for a few hours. Here and there, sporadic shots can be heard. Some of the residents use the opportunity to search for belongings in the rubble of their destroyed homes. Drones and combat aircraft circle overhead, but for once do not launch an attack. The silence lying over the city of Aleppo, the focus of heated battles for the last three weeks, is unusual. The rebels use the breather to bring new fighters into position and to replenish their dwindling stores of ammunition. The goal of the Free Syrian Army (FSA) is to win back lost territory. The regime troops of President Bashar Assad have pushed the rebels to the outskirts of Sal...

Fragen zum Massaker

Mehr als 250 Menschen sollen in Tremse, einem kleinen Dorf nahe der Stadt Hama, getötet worden sein. Darunter viele Frauen und Kinder. Die Täter: Soldaten der syrischen Armee. So die erschreckende Meldung über ein neues Massaker im syrischen Krieg. Es wäre das bisher grösste seit Beginn des Blutvergiessens vor 16 Monaten. Die Empörung weltweit ist gross. US-Aussenministerin Hilary Clinton sprach aufgebracht von «unzweifelhaften Beweisen, dass das syrische Regime absichtlich unschuldige Zivilisten tötete.» Doch was wissen wir tatsächlich über das Massaker von Tremse? Von heftigen Kämpfen und Hubschraubern, die Raketen abschossen, berichtet die Patrouille der syrischen UNO-Beobachtermission gestern. Sie kam am Freitag bis auf sechs Kilometer an das Dorf heran. Die Kämpfe hätten begonnen, nachdem die Freie Syrische Armee (FSA) einen Konvoi der Regierungstruppen angegriffen hatte. «Unsere Patrouille», so heisst es im zweiseitigen Bericht der UNO, der gestern veröffentlicht w...

Milizen sind die größten Gegner der neuen Regierung

Bei der Wahl in Libyen haben die Liberalen triumphiert. Doch der Sieg ist fragil. Noch immer regieren Milizen ganze Städte. Werden sie ein demokratisches Libyen überhaupt akzeptieren? Sie hatten den Tod Muammar al-Gaddafis auf den Straßen gefeiert. Die Verhaftung seines Sohnes Saif al-Islam, den Tag der Befreiung und den Jahrestag der Revolution. Der Wahltag war ebenfalls ein Anlass für zehntausende von Libyern für nationale Gesänge, Fahnenschwingen und Hupkonzerte. Nur war diesmal alles noch emotionaler. Viele hatten Tränen in die Augen. "Ich bin jetzt über 50 und wähle zum ersten Mal in meinem Leben", sagte ein Familienvater. "Ich kann es immer noch nicht fassen", sagte Nadia, eine Studentin, die als Freiwillige in einem Wahllokal in Tripolis arbeitete. Kein Wunder nach 42 Jahren unter einem autokratischen Herrscher, der jede Opposition brutal unterdrückte und Parteien als "Ausgeburt des Teufels, als undemokratische Werkzeuge des Imperial...

"Lange werden wir nicht mehr warten"

Syrische Widerstandskämpfer bereiten Offensive im Norden vor   Ein ausgebrannter Panzer neben der Straße, den eine unter der Fahrbahn versteckte Bombe in den Graben wuchtete. In den Häuserwänden klaffen Löcher vom Granatenbeschuss. Die Straßen sind mit riesigen Felsbrocken und Steinschutt versperrt. Vor zehn Tagen kontrollierten hier, in der Nähe von Hawar, noch Soldaten der syrischen Armee alle Fahrzeuge. Heute sind es die Kämpfer der Freien Syrischen Armee (FSA), die die Wagen freundlich durchwinken. Siegessicher lachende junge Männer, die ihre Kalaschnikows neben den Motorrädern im Schatten der Bäume liegen haben. Innerhalb einer Woche konnten die Rebellen das befreite Gebiet ausweiten und stehen nun zehn Kilometer vor Aleppo, der größten Stadt Syriens. Ob Sammeltaxis oder Lkws, die Tomaten, Aprikosen oder Elektrogeräte transportieren, alle müssen durch das Gebiet der "Terroristen", wie der syrische Präsident Baschar al-Assad die FSA nennt. Die Fahrer kü...

Damaskus erwartet den Sturm

Der Bürgerkrieg hat die Außenbezirke der Hauptstadt erreicht   Er hat ein kleines Hotel, gleich um die Ecke vom legendären Al-Hamidiah-Suk in Damaskus. Das Passwort für das Internet auf dem Zimmer lautet "march15". Deutlicher könnte das Statement für die Opposition nicht sein. Denn am 15. März vergangenen Jahres fand der erste "Tag des Zorns" gegen das Regime von Baschar al-Assad statt. Was seit Januar 2011 mehrfach fehlgeschlagen war, funktionierte an diesem Tag: Landesweit gingen die Menschen zeitgleich für die Demokratie auf die Straße. Eine Bewegung, die nicht mehr zu stoppen war. Aber mit friedlichen Demonstrationen ist es mittlerweile vorbei. In Syrien herrscht Krieg seit die Opposition, ein Sammelbecken divergierender Gruppen, den bewaffneten Kampf beschlossen hat. "Ich bedauere das sehr", sagt der Hotelbesitzer. "Nur mit friedlichen Mitteln kann man dauerhafte Reformen und Demokratie schaffen." Polizeiautos in die Luft ja...

Das Grauen und seine Zeugen

Für das Massaker von Hula hat die internationale Gemeinschaft das syrische Regime scharf verurteilt. Doch wer in das Kriegsgebiet reist, findet mehr als nur eine Wahrheit zu dem Fall. Denn aufseiten der Rebellen kämpfen nicht nur Helden   Links der Straße ein großer See, der in der Sonne glitzert. Ein Mann fischt, Kinder springen vom Ufer fröhlich ins Wasser. In der Ferne erkennt man die Häuser eines Dorfes, das mitten in einer Ebene liegt, die auch im heißen Juni noch saftig grün wirkt. Eine ländliche Idylle, in der man unwillkürlich an Urlaub denkt. Dabei fand hier in Taldu, einem Vorort der Stadt Hula, bisher das schrecklichste Massaker des seit 16 Monaten andauernden Bürgerkriegs in Syrien statt. Am 25. Mai wurden hier 108 Menschen, darunter viele Frauen und Kinder, ermordet. Der Fahrer weigert sich weiterzufahren. Er imitiert mit den Händen ein Gewehr und macht "Bumm, bumm". Aber das syrische Militär lässt ohnehin niemanden durch. "Weiter als...

"Die Rebellen verhalten sich wie Kriminelle"

Im Bürgerkriegsland sind Journalisten nicht gern gesehen. Unserem Reporter Alfred Hackensberger gelang die Einreise. Seine erste Reportage kommt aus Aleppo, dem Ruhepol im Auge des Sturms. Die Bombe war auf dem Gehweg versteckt und explodierte, als das Polizeiauto vorbeifuhr. Die beiden Polizisten im Wagen waren sofort tot. Das Entsetzen steht Rami noch ins Gesicht geschrieben. "Ich stand daneben und bin wie durch ein Wunder unverletzt. Mein Freund, mit dem ich unterwegs war, ist auf dem Weg ins Krankenhaus." Die Bombe im Stadtteil Aziza, mitten im Zentrum der zweitgrößten syrischen Stadt Aleppo, markierte den zweiten Anschlag dieser Art in der Stadt, die vom syrischen Bürgerkrieg bisher weitgehend verschont geblieben ist. Beim ersten Attentat im Februar starben 28 Menschen, 235 wurden verletzt. Aleppo ist eigentlich so etwas wie der Ruhepol in dem Land, das von brutalen Auseinandersetzungen zerrissen ist, die auf beiden Seiten mit unbarmherziger Grau...