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Afrikas „Kinderwettlauf“ – und das Leiden der Frauen

Nirgends bekommen Frauen so viele Kinder wie in Afrika. Im Niger liegt die Geburtenrate bei fast acht Kindern. Das führt nicht nur zu Überbevölkerung und Armut – sondern zu gesundheitlichen Leiden. Auf der Terrasse einer kleinen Vorstadtvilla in Niamey, der Hauptstadt des Niger, sitzen drei Frauen ganz versunken ihre Arbeit. Geschickt treten sie die Pedale der Nähmaschinen und ziehen eine Naht nach der anderen in einen knallgelben Stoff mit blauen Streifen. „Wir produzieren hier Taschen, Schals und Tücher, um über ihren Verkauf etwas dazuzuverdienen“, erklärt Salamatou Traoré, eine 70-jährige Frau, die in ihrem hellblauen traditionellen Gewand 20 Jahre jünger wirkt. „Aber das Wichtigste unserer Produktion ist das hier“, wirft sie ein und zeigt auf einen Stapel von bunten Binden und Gummiunterhosen. „Das bekommen die Frauen von uns als Sofortmaßnahme.“ Madame Traoré, wie sie von allen respektvoll genannt wird, ist die Gründerin von Dimol, einer Nichtregierungsorganisation, die sic...

„Der IS wird nie verschwinden“

Der IS ist im Irak und in Syrien besiegt – aber längst nicht am Ende, sagt der irakische Experte Hisham al-Hashimi. Die Kämpfer seien dabei, sich neu zu organisieren. Auch für Anschläge in Europa. Alfred Hackensberger „Zuerst Konstantinopel, dann Rom und al-Andalus.“ So lautete der Plan der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vor drei Jahren. „Allah ermächtigt uns, die ganze Welt zu erobern“, hieß es sogar in einschlägigen Medien der Terrorgruppe. Aber Gott hat den IS bitter im Stich gelassen, wie es scheint. Denn das Jahr 2017 markiert die vernichtende Niederlage der Dschihadisten. Der Großteil der auf rund 50.000 geschätzten Kämpfer ist im Irak und in Syrien getötet worden. Der Rest ist auf der Flucht. „Das einst so mächtige Kalifat ist  ein einziger Scherbenhaufen “, sagt der irakische Terrorexperte Hisham al-Hashimi. „Der IS hat nahezu alle wichtigen Führer und Gründerväter des Kalifats verloren, dazu sein gesamtes Herrschaftsgebiet.“ Das Einzige, was von den ...

Plötzlich geht es den Iranern um das Ende des Mullah-Regimes

„Nieder mit dem Diktator“, rufen die Demonstranten: Völlig unerwartet sind im Iran Proteste gegen die Wirtschaftskrise in Ablehnung des Regimes umgeschlagen. Die von der Unterschicht gehasste Führungselite bestätigt die ersten Toten. Alfred Hackensberger Der Nahe und Mittlere Osten kommt nicht zur Ruhe. Seit dem „arabischen Frühling“ entstehen immer neue Konflikte. Nach Syrien, dem Irak, Jemen, Bahrain und Katar trifft es nun den Iran. Völlig unerwartet sind dort Proteste gegen das religiöse Regime ausgebrochen. „Nieder mit dem Diktator“ und „Tod dem Präsidenten“, das rufen seit vier Tagen Demonstranten in zahlreichen Städten der islamischen Republik. Die Regierung sprach von „ausländischen Initiatoren“ und „Konterrevolutionären“. Die Bürger wurden vor „illegalen Zusammenkünften“ gewarnt. Aber die Menschen scheinen sich nicht abschrecken zu lassen. Die Proteste weiten sich von Tag zu Tag aus. Am Samstag war es sogar in der bisher ruhig gebliebenen Hauptstadt Teheran zu Zusamme...

„Ein Marshall-Plan ist auch Wunsch von Angela Merkel“

Mahamadou Issoufou, der Präsident Nigers, sagt, dass Afrika jährlich 600 Milliarden Dollar Hilfsgelder brauche. Davon würden auch entwickelte Länder profitieren, denn Armut sei eine Ursache für Terror und Migration. Alfred Hackensberger DIE WELT:  Vor Kurzem gingen die Bilder eines Sklavenmarktes in Libyen um die Welt. Sie waren der erste afrikanische Staatsmann, der darauf mit scharfer Kritik reagierte. Wird die unzumutbare Situation der Migranten in Libyen Thema auf dem Gipfeltreffen der Afrikanischen Union und der EU sein? Mahamadou Issoufou:  Die Berichte über den Verkauf von Migranten haben mich und die gesamte afrikanische Öffentlichkeit schockiert. Denn man dachte, diese Zeiten gehörten längst der Vergangenheit an. Selbstverständlich wird  Libyen  den Gipfel beeinflussen. Das Treffen ist auf die Jugend fokussiert. Es ist die Jugend, die nach Europa emigriert und Opfer dieser Abscheulichkeiten wird. Es handelt sich um Verbrechen gegen die Menschlichkeit, ...

Historias de Cartón - New Exhibition in Tanger

The inauguration  will be on 11th of May at 19.00 in the exhibition rooms of the Instituto Cervantes in Rue Belgique. Ana Martinez Hernandez will present her faboulus work of Historias de Carton with more than 35 pictures and videos of her children stories!

Das einträgliche Geschäft mit den Entführungen

Von Alfred Hackensberger Die Enthauptung des US-amerikanischen Journalisten James Foley vor laufender Kamera hat die Welt empört. Was für uns einen Zivilisationsbruch bedeutet, hat sich für die Terroristen der Gruppe Islamischer Staat (IS) zum einträglichen Geschäftszweig entwickelt: Die Entführung von Geiseln, die Forderung von Lösegeld, die Androhung ihrer Tötung – und in einem letzten Schritt auch das Wahrmachen dieser Drohung. Foley werde als Strafe für die Luftangriffe der USA im Irak getötet, so heißt es in dem perfide inszenierten Video , das die IS-Terroristen in Umlauf brachten. Der Tod des amerikanischen Reporters ist eines der bisher traurigsten Kapitel in der Geschichte der Entführungen von Journalisten im syrisch-irakischen Krisengebiet. Und es wird nicht das letzte sein: In den vergangenen Tagen und Wochen wurden in der Nähe Aleppos zwei Italienerinnen, ein Däne und ein J...

James Foley, der unerschrockene Held

Der US-Journalist James Foley wurde vor laufender Kamera von den IS-Terroristen enthauptet. Unser Reporter Alfred Hackensberger war mit ihm in Krisengebieten unterwegs. Sein Nachruf. Der US-Reporter James Foley † Foto: AP Die Brutalität und die Geringschätzung menschlichen Lebens sind nicht zu überbieten. In einer als "Botschaft an Amerika" inszenierten Exekution wird der US-Journalist James Foley geköpft. Der 40-Jährige wird als Strafe für die Luftangriffe der USA im Irak getötet – ein Menschenopfer wie aus früheren Zeiten. Das am Dienstag vom Islamischen Staat (IS) veröffentlichte Internetvideo zeigt zunächst Fernsehbilder von Obama, wie er die jüngsten Luftangriffe auf Stellungen des IS im Irak bekannt gibt. Danach sieht man Foley im Freien kniend, in orangefarbener Gefangenenkleidung und die Hände am Rücken gefesselt. Der Journalist muss eine vorher einstudierte Erklärung abgeben. Darin richtet er einen Appell an se...