Mittwoch, 12. Dezember 2007

Al Qaeda in Algerien

Es war nur eine Frage der Zeit, bis Al Qaeda im islamischen Maghreb wieder zuschlägt. Nach dem Selbstmordattentat vergangenenSeptember auf Präsident Abdelaziz Bouteflika, bei dem 22 Menschen ums Leben kamen, hatte die Organisation übers Internet mehrfach neue große Bombenattentate angekündigt. Dabei stand das Königreich Marokko ganz oben auf der Liste. Aber dort scheint es ungleich schwerer zu sein, Terrorpläne in die Tat umzusetzen. Es mangelt am Personal mit professioneller Ausbildung. Fast jeden Monat verhaften die marokkanischen Behörden Mitglieder einer Al Qaeda-Zelle. Viele davon kommen aus dem Ausland und versuchen über die Grenze zu Mauretanien einzureisen. Ingesamt wurden in den letzten vier Jahren über 50 Attentate auf Ziele im In- und Ausland vereitelt. Trotzdem gab es im März 2007 Anschlagsversuche in Casablanca und wenig später in Meknes, die allesamt scheiterten. Aber das war „die Handschrift von marokkanischen Amateuren“, wie der Kommunikationsminister Nabil Benabdallah urteilte. In Algerien dagegen sollen zwischen 600 bis 800 erfahrene Kämpfer der Salafistischen Gruppe für Verkündigung und Kampf (GSPC) für Attentate bereitstehen. Die GSPC gab im Januar 2007 offiziell ihren Anschluss an Al Qaeda im islamischen Maghreb bekannt. Ein neuer terroristischer Dachverband, dem auch militante islamistische Gruppen aus Tunesien (Islamistische Kampftruppe Tunesien GICT), Libyen (Libysche Islamische Kampftruppe GICL) und Marokko (Islamistische Gruppe Marokkanischer Kämpfer GICM) beitraten. Führer der Organisation soll eine gewisser Ahmed Haroun sein, der Abdelmalek Droukdel gewaltsam von der Chefposition vertrieben haben soll, der die Attentate im April 2007 in Algier (33 Tote) plante. In entlegenen, nur schwer zugänglichen Gegenden der Sahara werden verschiedene Ausbildungslager vermutet. Gerade der bergige Norden von Mali, mit zahlreichen Höhlen als Unterschlupf vor Spionagesatteliten, soll ein sicherer Aufenthaltsort sein. Nicht umsonst hat die US-Armee in Afrika eine „Anti-Terror-Task-Force“ eingerichtet. Die Basis der 1500 Mann starken Truppe liegt am Horn von Afrika, in Dschibuti. Bei regelmäßigen Manövern jagt man Terroristengruppen von Mauretanien aus, durch Mali und Niger bis in den Tschad. Gleichzeitig arbeiten die USA mit den Regierungen von Marokko, Algerien und Tunesien in einer Trans-Sahara-Partnerschaft, um eine Ausbreitung des Terrorismus zu verhindern.

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