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Es werden Posts vom September, 2013 angezeigt.

Ein syrisches Wunschkonzert im Radio

Das Radio-Machen lernte Siruan Hossein in Nordrhein-Westfalen. Jetzt senden er und sein Team mitten aus dem syrischen Bürgerkrieg, aus einer Stadt im Kurdengebiet. Jeder Beitrag ist unzensiert. Von Peter Steinbach, Amuda Foto: Victor Lacroix "Bei uns kann jeder sagen, was er will", sagt Siruan H. Hossein (M., mit seiner Redaktion). Nicht jedem in seiner Heimat gefällt das "Und nun, meine Zuhörer, wünscht sich Sultana das Lied ,Haho'", sagt die Moderatorin ins Mikrofon, "und wer es nicht mehr wissen sollte", ergänzt sie, "der Song ist von Abdel Hosni." Der Tontechniker spielt die Musik des kurdischen Sängers ein. Die Moderatorin Beriwan Ide wippt im Takt. Es ist das tägliche Wunschkonzert auf Arta.FM, einem neuen syrischen Radiosender. Anschließend geht es um Frauenrechte, Psychologie und Eminem, den Hip-Hopper aus dem US-Bundesstaat Missouri. Jeder Beitrag geht unzensiert über den Äther. Für Syrien ist das eine …

Szenen der tödlichen Allianz Assads mit dem Iran

Für die Rebellen gelten sie als Inkarnation des Bösen. "Sie kennen kein Erbarmen, sie schlachten Kinder ab und vergewaltigen Frauen", sagt der Rebellenkommandant Abu Ali in Aleppo. Gerade in der Industriemetropole im Norden des Landes, wo seit mehr als einem Jahr ein Pattsituation zwischen Opposition und Regimetruppen an den Nerven zerrt, könnte der Hass auf die iranischen Helfer des syrischen Diktators nicht größer sein. "Diese Söldner morden das syrische Volk im Auftrag von Baschar al-Assad. Es sind widerliche Menschen", speit der Rebell aus, wenn man ihn nach den iranischen Soldaten fragt, die an der Seite der syrischen Regimetruppen kämpfen. Die Islamische Republik ist, neben Russland, der wichtigste Verbündete des Assad-Regimes. Am Freitag trafen sich der neue iranische Präsident, Hassan Ruhani, und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin. Die Situation in Syrien und die internationale Kontrolle über die Chemiewaffen des Regimes habe bei dem Treff…

"Ein koordinierter Angriff aus mehreren Richtungen"

Eliot Higgins gilt als der bestinformierte Waffenexperte des syrischen Bürgerkriegs. Der Blogger bildet aus vielen kleinen Beweisstücken ein großes Bild – so auch bei der Giftgas-Attacke in Damaskus. Von Alfred Hackensberger Eliot Higgins wertet öffentlich zugängliche Quellen über den Syrien-Krieg aus Der Brown-Moses-Blog ist zur wichtigen Informationsquelle über den syrischen Bürgerkrieg geworden. Sein Betreiber, Eliot Higgins, wertet alle öffentlich zugänglichen Quellen aus und prüft sie auf Plausibilität. Die Welt: Im März 2012 begannen Sie den Brown Moses Blog als Hobby. Heute gelten Sie als der bestinformierte Waffenexperte des syrischen Bürgerkriegs. Sie haben den Einsatz von Streubomben durch das Regime aufgedeckt sowie geheime Waffenlieferungen an die Rebellen, bei denen Saudi-Arabien und die CIA beteiligt waren. Wie machen Sie das? Eliot Higgins: Ich benutze öffentlich zugängliche Quellen wie YouTube, Facebook und Twitter, um herauszufinden, was vor Ort p…

Hisbollah trommelt Kämpfer gegen Israel zusammen

An den Checkpoints der libanesischen Hisbollah-Miliz stehen plötzlich nur noch Teenager. Alle älteren Kämpfer habe ihren Posten verlassen, um für Baschar al-Assad zu kämpfen – und gegen Israel. Von Alfred Hackensberger Foto: AP Ein Hisbollah-Kämpfer im Süden Libanons: Die Organisation gilt als gut bewaffnet
Die großen, breitschultrigen Männer sind von den Checkpoints verschwunden. Bewaffnete Teenager haben nun die Aufgabe übernommen, Fahrzeuge und Passagiere an den Zufahrtsstraßen zur Dahieh zu kontrollieren. Sie sollen weitere Anschläge verhindern. Zwei Autobomben hatten in den letzten drei Monaten in den schiitischen Wohngebieten im Süden Beiruts über 20 Menschen getötet und Hunderte verwundet. Dahieh gilt als Hochburg der Hisbollah, die wegen ihrer militärischen Unterstützung der Regimetruppen Präsident Bashar al-Assads im Fadenkreuz der syrischen Opposition steht. Die europäische Union setzte im Juli den militärischen Arm der Partei Gottes, die vom Ira…

"Wir hören große Worte, und dann passiert nichts"

In der syrischen Hauptstadt atmen viele Menschen nach der Verschiebung des Militärschlags auf. Doch auch die Armee des Regimes nutzt die Zeit. Die Enttäuschung der Opposition ist groß. Von Alfred Hackensberger Foto: REUTERSEin Kämpfer der Freien Syrischen Armee verfolgt mit seiner Familie in Ghuta die Syrien-Erklärung von US-Präsident Barack Obama "Prima, wir haben eine Schonfrist bekommen", sagt Mohammed, der ein Hotel in der Nähe der Altstadt von Damaskus besitzt. "Ich dachte, die USA werden sofort losschlagen, nachdem die UN-Inspektoren am Samstag in den Libanon ausreisten." Der Hotelier ist erleichtert. "Eine Woche scheint nicht viel Zeit zu sein, aber bis zum 9. September kann viel passieren." An diesem Tag will der US-Kongress über einen Militäreinsatz gegen Syrien entscheiden. "Wir sind in jedem Falle vorbereitet", meint Mohammed. Er habe wie alle Bewohner der syrischen Hauptstadt Wasser, Brot und ganz wichtig auc…