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Erdogans Offensive ist Putins Triumph

Die Türkei greift Kurden im Norden Syriens an – aber die USA und das Assad-Regime halten still. Denn nur eine Macht hat die Fäden in der Hand: Russland. Dessen Masterplan hat perfekt funktioniert.  Alfred Hackensberger
Immer neue Kolonnen von Lastwagen, Panzern, Artillerie und Soldaten überqueren von der Türkei aus die Grenze in die Region Afrin im Nordwesten Syriens. Die Armee und ihre Hilfstruppen haben im Kampf gegen die verhasste Kurdenmiliz YPG neue Fronten eröffnet, die türkische Luftwaffe intensivierte ihre Bombenangriffe.
Zweifel lässt die Regierung in Ankara nicht aufkommen, auch wenn die am Freitag gestartete Offensive des Nato-Mitglieds nur langsam vorankommt – die Kurdenregion soll unter allen Umständen erobert werden. „Afrin wird erledigt. Es gibt kein Zurück“, verkündete Präsident Recep Erdogan kämpferisch und versicherte: „Wir haben ein Agreement mit unseren russischen Freunden.“
Allerdings ist dieses „Agreement“ alles andere als eine Übereinkunft oder eine Absprache zwischen gleichberechtigten Partnern. Ankara musste erst um eine Erlaubnis für seine Offensive bitten und sein Vorhaben bis ins Detail erläutern. Erst nachdem der türkische Stabschef Hulusi Akar und Geheimdienstchef Hakan Fidan in Moskau Rede und Antwort gestanden hatten, gab es grünes Licht für die türkische Operation.
Denn der Kreml ist drei Jahre nach seiner Militärintervention in Syrien die entscheidende Instanz im Land, ohne deren Zustimmung militärisch, aber auch politisch nichts geschehen kann.

Neue Gespräche in Sotschi

Längst sind die von Präsident Wladimir Putin initiierten syrischen Friedensverhandlungen von Astana und demnächst in Sotschi wichtiger als die von den Vereinten Nationen vermittelten Gespräche in Genf. Russland hat das syrische Regime mithilfe des Iran zurück auf die Siegerstraße gebracht, was kaum jemand im mittlerweile sieben Jahren anhaltenden Bürgerkrieg für möglich gehalten hätte.
Heute steht die Opposition vor der totalen Niederlage. Die türkische Operation in Afrin ist ein weiterer Schachzug des Kremls, um seine Vormachtstellung in Syrien und in der gesamten Region auszubauen.

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